Why are some EU immigrant groups more disadvantaged on the German labor market than others?
Beschreibung
"Die eingeschränkte Übertragbarkeit von ausländischem Humankapital und der eingeschränkte Signalwert von ausländischen Abschlüssen sind wichtige Erklärungen für die Benachteiligung von Zugewanderten auf dem Arbeitsmarkt. Während die bisherige Forschung die Rolle der institutionellen Rahmenbedingungen in den Herkunftsländern für diese eingeschränkte Übertragbarkeit analysiert hat, wurde bisher nicht untersucht, ob Ähnlichkeiten zwischen den institutionellen Rahmenbedingungen in den Ziel- und Herkunftsländern von Zugewanderten eine Rolle spielen. In diesem Beitrag wird die Rolle der im Herkunftsland erworbenen berufsspezifischen Bildungsabschlüsse für den Arbeitsmarkterfolg in Deutschland, dem Archetyp eines berufsspezifischen Arbeitsmarktes, untersucht. Um unbeobachtete Heterogenität zu minimieren, verwenden wir eine vergleichsweise homogene Stichprobe von männlichen Zugewanderten mit ausländischer Ausbildung (Foreign-Trained Immigrants, FTI) aus sieben EU-Ländern. Die Ergebnisse zeigen einen positiven Zusammenhang zwischen der Berufsspezifität im Herkunftsland und der Beschäftigungswahrscheinlichkeit sowie den Löhnen in Deutschland. Dieser Zusammenhang ist besonders stark für FTI, die in berufsspezifischen Jobs arbeiten, was die Bedeutung von berufsspezifischen Bildungsabschlüssen für die Arbeitsmarktintegration in Ländern mit berufsspezifischen Arbeitsmärkten unterstreicht. Insgesamt zeigen wir, dass institutionelle Ähnlichkeit den Arbeitsmarkterfolg von Zugewanderten mitbestimmt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Zitationshinweis
Zimmermann, Florian, Andreas Damelang, Kevin Ruf & Anja Fehn (2026): Why are some EU immigrant groups more disadvantaged on the German labor market than others? The role of institutional similarities between home and host country for labor market success. In: Soziale Welt, Jg. 77, H. 1, S. 61-82. DOI:10.5771/0038-6073-2026-1-61
